Die Europäische Hornisse ist die größte staatenbildende Wespenart Europas. Trotz ihres imposanten Erscheinungsbilds gilt sie als vergleichsweise wenig aggressiv und erfüllt als räuberischer Allgemeinjäger eine wichtige ökologische Rolle.
Die Kolonie ist von Frühjahr bis Herbst aktiv. Nach der Überwinterung beginnt die Königin im Frühjahr mit der Nestgründung. Die Kolonie wächst im Sommer, und im Spätsommer entstehen neue Königinnen und Drohnen, die sich paaren und überwintern, während der Rest des Volkes abstirbt.
Die Europäische Hornisse begegnet dir in Wäldern, an Waldrändern, aber auch in Gärten und Parks. Sie ist überall dort zu finden, wo es sonnige Flugwege und Nahrungsquellen gibt. Als Neststandorte dienen Baumhöhlen, Dachböden, Hohlräume und gelegentlich Kompost oder Schuppen. Arbeiterinnen können auch im Freien jagend beobachtet werden.
Hornissen jagen andere Insekten für ihre Larven und nehmen als Erwachsene Nektar, Pflanzensäfte oder reifes Obst zu sich.
Strukturreiche Landschaften mit Bäumen, Hohlräumen und reichlich Insektenangebot sind entscheidend – naturnahe Gärten, Waldränder und Parklandschaften bieten gute Bedingungen.
Hornissen bauen papierartige Nester aus zerkauten Holzfasern meist in hohlen Bäumen, Dachböden oder Gebäudestrukturen. Die Kolonie kann mehrere hundert Tiere umfassen.
Die Europäische Hornisse bevorzugt warme, windgeschützte Mikroklimata mit hoher Strukturvielfalt, etwa lichte Waldränder, Streuobstwiesen oder Gärten. Für den Nestbau nutzt sie geschützte Hohlräume wie Baumhöhlen, Dachböden oder Nistkästen mit ausgeglichenem Temperatur- und Feuchtigkeitsniveau.
Hornissen sind besonders aggressive Killer.
Eigentlich vermeiden Europäische Hornissen Konflikte und zeigen vor allem Verteidigungsverhalten am Nest, nicht grundlos gegenüber Menschen.
Sie gefährden Wildbienen und Honigbienen stark.
Zwar fangen Hornissen gelegentlich Bienen, doch als Gesamtfaktor sind sie kein maßgeblicher Verursacher von Bienenrückgängen; sie sind Teil des natürlichen Räuber-Beute-Systems.
Hornissengift ist gefährlicher als Bienengift.
Für gesunde Menschen ist der Stich nicht giftiger als der einer Honigbiene; allergische Reaktionen sind allerdings möglich.
Hornissen sind deutlich größer als andere Wespenarten – Arbeiterinnen erreichen üblicherweise 18–25 mm, Drohnen etwa 21–28 mm und Königinnen sogar bis zu 35 mm. Körper und Kopf sind meist braun‑rot bis schwarz gefärbt, der Hinterleib gelb mit schwarzen Zeichnungselementen. Das erste freie Hinterleibssegment ist dreifarbig (rot, schwarz, gelb), ein klar unterscheidbares Merkmal. Der Kopf ist von vorne betrachtet rein gelb, was eine gute Abgrenzung zu anderen Faltenwespen erlaubt.
Die Europäische Hornisse ist in nahezu ganz Europa verbreitet – von Westeuropa bis nach Sibirien und bis in den Norden bis knapp südlich des Polarkreises. Regional gibt es verschiedene Farbvarianten, die heute jedoch meist nicht mehr als Unterarten gelten. Sie kommt in Wäldern, Streuobstwiesen und an Siedlungsrändern vor, und nutzt hohle Baumstämme, Dachböden oder Nistkästen als Brutplatz.
Nach der Überwinterung beginnt die Königin im Frühjahr mit der Nestgründung. Sie baut aus zerkauten Holzfasern die erste Wabe und legt Eier hinein. Nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen übergeben diese ihr die Brutpflege, während sie sich auf das Eierlegen konzentriert. Die Kolonie wächst im Sommer auf bis zu 1.400–1.900 Zellen (manchmal bis 2.800), mit typischerweise 200–500 arbeitenden Tieren. Die adulten Hornissen ernähren sich von Baumsäften und Fallobst. Sie jagen jedoch überwiegend Insekten wie Käfern, Libellen und großen Faltern, um die Larven zu ernähren. Im Spätsommer entstehen neue Königinnen und Drohnen, die nach der letzten Brut fliegen, sich paaren und überwintern, während der Rest des Volkes abstirbt.
Als Spitzenprädatoren unter den Insekten regulieren die Hornissen Populationen von vielen Fluginsekten. Sie sind damit natürliche Schädlingsvertilger, besonders gegenüber Wespen, Fliegen und anderen Insekten, und tragen zum Gleichgewicht in naturnahen Flächen bei. Außerdem profitieren spezialisierte Käferarten von Hornissennestern, etwa Quedius dilatatus, die als Kommensalen dort leben.
In Deutschland steht die Europäische Hornisse unter besonderem Artenschutz – ihre Nester dürfen nicht zerstört werden, sondern müssen bei Störungen fachgerecht umgesiedelt werden. Sie profitiert von naturnahem Lebensraum mit alten Bäumen oder Totholzstrukturen. Ihre Bestände wurden in der Vergangenheit stark durch Pestizideinsatz und Waldverlust beeinträchtigt, erholen sich jedoch seither.
Hornissen meiden meist direkte Begegnungen mit Menschen und stechen selten. Trotz ihres großen Körpervolumens enthält ihr Gift Biogene Amine wie Acetylcholin, wodurch sie bei Stichreiz stärker schmerzen lassen, ohne dabei unbedingt gefährlicher zu sein als Bienen oder Wespen. Ein deutlich höherer Giftgehalt bedeutet nicht automatisch größere Gefahr. Der oft zitierte Spruch „drei Hornissenstiche töten einen Menschen“ ist wissenschaftlich widerlegt. Bei Allergikern gelten Hornissenstiche trotzdem als ernst zu nehmendes Risiko.
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