Großer Wollschweber
Fliegen

Großer Wollschweber

Bombylius major

Der Große Wollschweber ist eine auffällig behaarte Fliege, die oft mit Bienen verwechselt wird, aber tatsächlich zu den Wollschwebern (Bombyliidae) gehört. Sie ist im Frühjahr häufig an sonnigen Stellen zu beobachten.

Steckbrief

Größe
8–12 mm
Häufigkeit
nicht gefährdet
Lebensraum
sonnige, offene Bodenstellen, Weg- und Waldränder, Lichtungen, Wiesen, Gärten, Parks, Magerrasen, trockene bis mäßig feuchte, offene Lebensräume
Nahrung
Nektar, Pollen
Larvennahrung
Vorrat der Bienenlarve, Bienenlarve selbst
Gruppe / Ordnung
Fliegen / Zweiflügler

Aktivitätszeit

Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Aktiv vor allem im Frühjahr von März bis Juni.

Wo begegnet dir diese Art?

Der Große Wollschweber ist im Frühjahr häufig an sonnigen Stellen zu beobachten.

  • An sonnigen, offenen Bodenstellen, z. B. Weg- und Waldränder, Lichtungen und Wiesen.
  • Auch in Gärten und Parks, dort wo blühende Pflanzen stehen.
  • Oft in der Nähe von Nestern bodennistender Solitärbienen und Grabwespen.

Was diese Art braucht

Nahrung

blühende Pflanzen

Struktur

sonnige, offene Flächen, geeignete Nestplätze für ihre Wirtsarten

Entwicklung

Nester bodenbrütender Solitärbienen

Mikroklima

Der Großer Wollschweber bevorzugt warme, trockene und sonnige Mikroklimata, besonders an offenen, blütenreichen Standorten wie Wiesen, Waldrändern oder sandigen Bereichen. Häufig hält er sich an windgeschützten Stellen mit gut erwärmten Böden auf, da diese auch geeignete Lebensräume für die Wirtsarten seiner Larven bieten.

Häufige Irrtümer

Irrtum

Das ist eine Biene.

Einordnung

Obwohl er wie eine pelzige Biene aussieht, ist der Große Wollschweber eine Fliege ohne Stachel.

Irrtum

Er gefährdet Bienenbestände.

Einordnung

Die Larven parasitieren zwar gelegentlich Solitärbienen, haben aber keinen messbaren negativen Einfluss auf Populationen im großen Maßstab.

Irrtum

Fliegen sind nur lästig.

Einordnung

Erwachsene Wollschweber sind aktive Bestäuber vieler Frühlingsblumen.

Vertiefung

Erkennungsmerkmale

Bombylius major, der Große Wollschweber, ist eine auffällige, pelzige Fliege mit einer Körperlänge von etwa 8–12 mm. Der Körper ist dicht mit goldgelben bis bräunlichen Haaren bedeckt, was dem Tier ein hummelartiges Aussehen verleiht. Auffällig sind der sehr lange, gerade, rüsselartige Saugrüssel (deutlich länger als der Kopf) und die großen, dunklen Facettenaugen. Die Flügel sind vorne dunkel gemustert und in Ruhestellung meist leicht gespreizt. Die Beine sind relativ kurz und unauffällig.

Lebensraum / Verbreitung

Der Große Wollschweber ist in ganz Europa, Nordafrika, Asien und sogar in Nordamerika verbreitet. Er bewohnt trockene bis mäßig feuchte, offene Lebensräume wie Magerrasen, Wiesen, Waldränder, Gärten und Parks. Besonders häufig findet man ihn an sonnigen, blütenreichen Stellen.

Lebensweise / Verhalten

Bombylius major ist ein typischer Frühlingsbote und fliegt meist von März bis Mai/Juni. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen und besuchen dabei viele Blüten, die sie im Schwirrflug mit ihrem langen Saugrüssel anfliegen – sie „stehen“ oft wie Kolibris vor der Blüte. Die Weibchen legen ihre Eier im Flug (!) gezielt in die Nestern bodenbewohnender Wildbienen (z. B. Sandbienen). Die geschlüpften Larven kriechen in die Bienennester, wo sie zunächst vom Vorrat der Bienenlarve, später auch von der Bienenlarve selbst leben (Kleptoparasitismus).

Rolle im Ökosystem

Bombylius major ist ein wichtiger Bestäuber von Frühlingsblumen und trägt zur Vielfalt der Insektenwelt bei. Als Parasit beeinflusst er zudem die Population bodennistender Wildbienen und ist so ein Teil komplexer ökologischer Wechselwirkungen.

Gefährdung / Schutz

Bombylius major ist in Europa häufig und nicht gefährdet. Er profitiert von offenen, blütenreichen Flächen und dem Vorkommen bodennistender Wildbienen. Extensiv genutzte Wiesen und naturnahe Gärten fördern seine Bestände, während Pestizide und Flächenversiegelung lokal schaden können.

Wissenswertes

Der Große Wollschweber ist ein echtes „Frühlings-Highlight“ für Naturfans: Mit seinem pelzigen Körper, dem kolibriartigen Schwirrflug und dem langen Saugrüssel wirkt er auf den ersten Blick wie eine kleine Hummel – ist aber eine Fliege! Besonders spannend ist seine Eiablage: Das Weibchen „bombardiert“ im Flug die Eingänge von Wildbienennestern mit ihren Eiern – eine einzigartige Jagdtechnik. Die Larven sind perfekt angepasst und können im Bienennest längere Zeit „versteckt“ leben. Trotz des „parasitischen Lebens“ schadet Bombylius major den Bienenpopulationen in der Regel nicht wesentlich, da die meisten Bienenarten viele Brutzellen anlegen.

Großer Wollschweber – Quartett-Illustration
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