Roesels Beißschrecke
Heuschrecken

Roesels Beißschrecke

Roeseliana roeselii

Die Roesels Beißschrecke ist eine weit verbreitete Langfühlerschrecke Mitteleuropas und gehört zu den häufigsten Heuschreckenarten. Sie ist leicht am markanten Gesang der Männchen zu erkennen.

Steckbrief

Größe
14-19 mm
Häufigkeit
ungefährdet
Lebensraum
nicht zu intensiv genutzte Wiesen, Wegränder, Strassenböschungen mit hoher Vegetation, feuchtes Grünland, Randbereiche von Flachmooren, Hochstaudenfluren, Gärten, extensiv genutzte Weiden, brachliegende Flächen mit hohem Gras, frische bis mäßig feuchte Wiesen, Gräben, Uferbereiche, begrünte Flächen in Siedlungsnähe
Nahrung
Gräser, krautige Vegetation, kleinere Insekten
Larvennahrung
Die Larven ernähren sich überwiegend von Gräsern und krautigen Pflanzen, nehmen aber gelegentlich auch kleine Insekten oder andere tierische Nahrung auf. Die Ernährung ist somit vorwiegend pflanzlich, wird aber opportunistisch ergänzt.
Gruppe / Ordnung
Heuschrecken / Heuschrecken

Aktivitätszeit

Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

oft noch im Herbst sichtbar

Wo begegnet dir diese Art?

Roesels Beißschrecke ist in weiten Teilen Europas verbreitet und kommt vor allem im Tiefland und Hügelland vor. Sie bevorzugt frische bis mäßig feuchte Wiesen, Wegränder, Gräben, Uferbereiche und auch extensiv genutztes Grünland. Sie ist anpassungsfähig und kann sogar auf begrünten Flächen in Siedlungsnähe vorkommen, solange genügend hohe Vegetation und strukturreiche Wiesen vorhanden sind.

  • Achten Sie auf den markanten, summenden Gesang der Männchen, der an das Rattern einer Nähmaschine erinnert und an warmen Tagen weithin hörbar ist.
  • Suchen Sie in dichten, hochwüchsigen Vegetationen von extensiv genutzten Wiesen, Wegrainen oder Randbereichen.
  • Die Art ist von Juni bis Oktober aktiv und oft noch im Herbst sichtbar.

Was diese Art braucht

Nahrung

Gräser und krautige Vegetation, gelegentlich kleinere Insekten.

Struktur

Dichte, hochwüchsige Vegetation, wie sie in extensiv genutzten Wiesen, Wegrainen oder Randbereichen vorkommt.

Entwicklung

Weibchen legen ihre Eier in markhaltige Pflanzenstängel ab; die Larven schlüpfen im Frühjahr und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien bis zum ausgewachsenen Tier.

Mikroklima

Die Roesels Beißschrecke bevorzugt mäßig warme bis warme, eher feuchte Mikroklimata mit dichter, höherer Vegetation. Sie kommt häufig in extensiv genutzten Wiesen, Säumen, Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren vor, die Schutz vor Austrocknung und Wind bieten.

Häufige Irrtümer

Irrtum

Das ist nur noch eine andere Heuschrecke wie viele.

Einordnung

*Roeseliana roeselii* besitzt einen charakteristischen, summenden Gesang, der vor allem im Spätsommer auf Wiesen prägend ist.

Irrtum

Sie lebt nur in sehr speziellen Lebensräumen.

Einordnung

Die Art ist sehr flexibel und besiedelt viele Grünlandtypen von trocken bis feucht mit ausreichender Vegetation.

Irrtum

Die Larven fressen nur Pflanzen.

Einordnung

Während die Nahrung überwiegend pflanzlich ist, werden gelegentlich auch kleinere Insekten aufgenommen.

Vertiefung

Erkennungsmerkmale

Roesels Beißschrecke ist eine mittelgroße Langfühlerschrecke, deren Körper meist grün oder braun gefärbt ist. Besonders auffällig sind die hellen, gelblich-weißen Seitenkiele am Halsschild, die sich deutlich von der dunkleren Oberseite absetzen. Eine breite, dunkle Seitenbinde verläuft entlang des Körpers. Die Flügel sind meist kurz und lassen die Tiere flugunfähig erscheinen, doch gelegentlich treten auch Individuen mit langen Flügeln auf. Besonders markant ist der charakteristische, gleichmäßige Gesang der Männchen, der entfernt an das Rattern einer Nähmaschine erinnert und an warmen Tagen weithin hörbar ist.

Lebensraum / Verbreitung

Diese Heuschreckenart ist in weiten Teilen Europas verbreitet und kommt vor allem im Tiefland und Hügelland vor. Roesels Beißschrecke bevorzugt frische bis mäßig feuchte Wiesen, Wegränder, Gräben, Uferbereiche und auch extensiv genutztes Grünland. Sie ist durchaus anpassungsfähig und kann sogar auf begrünten Flächen in Siedlungsnähe vorkommen, solange genügend hohe Vegetation und strukturreiche Wiesen vorhanden sind.

Lebensweise / Verhalten

Die adulten Tiere sind in der Regel von Juni bis Oktober aktiv. Sie halten sich meist auf Halmen und anderen höheren Pflanzenteilen auf, von wo aus die Männchen ihren unverwechselbaren Gesang vortragen, um Weibchen anzulocken und ihr Revier zu markieren. Die Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern und anderen krautigen Pflanzen, gelegentlich werden auch kleine Insekten gefressen. Bei Gefahr suchen die Tiere blitzschnell Schutz im dichten Gras.

Rolle im Ökosystem

Roesels Beißschrecke spielt eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz von Wiesenlebensräumen. Sie dient zahlreichen Vogelarten, Spinnen und Kleinsäugern als Nahrung und trägt dazu bei, das ökologische Gleichgewicht zwischen Pflanzen und tierischen Bewohnern der Wiese zu erhalten. Als typischer Bewohner extensiver Wiesenlandschaften gilt sie zudem als Bioindikator für naturnahe Lebensräume.

Gefährdung / Schutz

In Deutschland und Mitteleuropa gilt die Art als ungefährdet; Bestände stabil bis deutlich zunehmend, langfristiger Trend positiv.

Wissenswertes

Der Gesang der Männchen ist so laut, dass er selbst aus mehreren Metern Entfernung noch deutlich wahrgenommen werden kann – wobei ältere Menschen ihn manchmal nicht mehr hören, da die Frequenz für das menschliche Ohr mit zunehmendem Alter schwerer wahrnehmbar ist. In besonders warmen Sommern oder bei hoher Populationsdichte treten häufiger langflügelige Tiere auf, die dann tatsächlich fliegen können und so neue Lebensräume erschließen. Kurios: Während der Balz überreichen die Männchen den Weibchen ein sogenanntes „Paarungsgeschenk“ in Form eines nahrhaften Spermatophylax.

Roesels Beißschrecke – Quartett-Illustration
Insecticon Quartett

Diese Art ist Teil des Insecticon-Quartetts.

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